Wird nicht korrekt dargestellt? Diese E-Mail hier als Webseite anzeigen.
|
|
|
Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe von „KI in Kommunen“. Die positive Resonanz auf unseren Auftakt zeigt den großen Bedarf an verlässlicher Orientierung zur Künstlichen Intelligenz auf kommunaler Ebene. In dieser Ausgabe ordnen wir die aktuellen technologischen Entwicklungen für Sie ein.
Unser Ziel bleibt: Wir filtern die Informationsflut und konzentrieren uns auf das, was für Ihre tägliche Arbeit in Städten, Gemeinden und Landkreisen zählt – sachlich fundiert, kritisch hinterfragt und praxisorientiert. Wir freuen uns, Sie weiterhin bei der Gestaltung einer modernen, KI-gestützten Verwaltung zu begleiten.
Herzliche Grüße Thomas Männing aus dem Redaktionsteam „KI in Kommunen“
|
|
|
Der "Deutschland-Stack"
Ein Thema, das bereits seit einiger Zeit im Raum steht, in letzter Zeit mehr Aufmerksamkeit erhält und weiter konkretisiert wird - nicht zuletzt durch die anhaltend herausfordernde geopolitische Lage. Als nationale Technologie-Plattform legt der “Deutschland-Stack” den strategischen Rahmen für eine souveräne und einheitliche Digitalisierung der deutschen Verwaltung bis 2028 fest.
Es soll ein umfassender technologischer Ordnungsrahmen für die Digitalisierung aller öffentlichen Verwaltungen geschaffen werden. Entscheidungen über unter anderem Architektur, Standards und Finanzierung des Projekts wirken sich daher auch unmittelbar auf die kommunalen IT-Systeme aus. Aus Sicht der Kommunen sind jedoch noch viele Themen zu klären. (Zum Artikel)
|
Unsere Einschätzung
Entscheidend für die Kommunalebene ist, wie aus den “high level” politischen Ansprüchen und Vorgaben, reale Lösungen für den Arbeitsalltag entstehen. Es gibt bereits Anbieter, die offensiv mit “Deutschland-Stack”-kompatiblen Lösungen werben. Auch spielen Themen wie die kürzliche Änderung der Vergabe-Richtlinien im Hinblick auf Open-Source-Software eine wichtige Rolle, welche künftig mehr und mehr an Relevanz gewinnen. Mit Blick auf die kurzfristige Einführung von KI-Lösungen ändert sich jedoch erstmal wenig.
|
Pilotprojekt mit KI-Agenten für Kommunen
Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) startete mit dem "Agentic AI Hub" eine Initiative zur praktischen Integration agentischer Künstlicher Intelligenz in die deutsche Verwaltung. Im Rahmen dieses Hubs beginnen 18 ausgewählte Pilotprojekte in 17 Kommunen, bei denen KI-Agenten Anträge prüfen, Dokumente analysieren und Entscheidungsvorschläge erarbeiten.
Ziel ist, administrative Routinen zu beschleunigen, Sachbearbeiter zu entlasten und Deutschland als souveränen Technologiestandort zu stärken. Die Pilotphase, an der zehn Startups beteiligt sind, dauert drei Monate, um die Lösungen auf Wirksamkeit und bundesweite Skalierbarkeit zu testen. (Zum Artikel)
|
Unsere Einschätzung
Im Vergleich zu früheren Initiativen ist dieser Ansatz sehr konkret und praxisnah. Es ist davon auszugehen, dass die Ergebnisse bereits im Laufe diesen Jahres eine Validität erreichen, die den Einsatz in anderen Kommunen ermöglicht. Autonome KI-Agenten sind ein überaus relevanter Trend und können das Verwaltungspersonal in Kommunen bei Routineaufgaben spürbar entlasten.
|
|
|
KI-Offensive in Leipzig - Intelligente Dokumentenprüfung beschleunigt die Arbeit in der Ausländerbehörde
Die Stadt Leipzig setzt Künstliche Intelligenz ein, um Bürgerinnen und Bürger bei der Online-Antragstellung für Aufenthaltstitel zu unterstützen und die Qualität der eingereichten Dokumente zu verbessern. Das System prüft Unterlagen vor der Abgabe auf Vollständigkeit und Korrektheit, wodurch Rückfragen entfallen und die Bearbeitung in der Ausländerbehörde schneller erfolgt. Die Nutzung des KI-Assistenten ist freiwillig, die finale Entscheidung trifft weiterhin das zuständige Fachpersonal. Um höchste Datenschutzstandards zu gewährleisten, werden die individuellen Prüfergebnisse der KI unmittelbar nach dem Absenden des Antrags gelöscht. (Zum Artikel)
Schluss mit manuellen Protokollen - Neue KI-Lösung von Dataport entlastet die Verwaltung
Der IT-Dienstleister Dataport hat gemeinsam mit IBM die KI-Lösung „dSprachKI“ entwickelt, die speziell auf die Anforderungen der Dokumentation im öffentlichen Sektor zugeschnitten ist. Das Tool wandelt gesprochene Sprache aus aufgezeichneten Gesprächen sowie hochgeladenen Audio- und Videodateien automatisiert in Text um. Die Künstliche Intelligenz erkennt verschiedene Stimmen und ordnet sie im Transkript den jeweiligen Sprecherinnen und Sprechern zu. Diese Automatisierung zeitaufwändiger Protokollaufgaben entlastet Mitarbeitende in der Verwaltung spürbar. (Zum Artikel)
Smart-City-Lösungen zum Teilen - Das Projekt URBAN.KI aus Gelsenkirchen
Im Rahmen des Projekts URBAN.KI entwickelt die Westfälische Hochschule im Auftrag der Stadt Gelsenkirchen gemeinsam mit Partnern KI-Lösungen für Smart Cities. Ziel ist es, kommunale Herausforderungen in Stadtplanung, Mobilität, Klimaschutz und Verwaltung kooperativ zu lösen, Ressourcen zu bündeln und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Von über 130 eingereichten Projektideen der Kommunen werden derzeit neun Prototypen umgesetzt, etwa eine intelligente Mobilitätsplanung für Rufbusse im Landkreis Osnabrück. Um eine bundesweite Nachnutzung durch Städte und Gemeinden zu ermöglichen, werden alle Ergebnisse als Open Source über die Plattform openCode bereitgestellt. (Zum Artikel)
München modernisiert Ratsinformationssystem mit intelligenter KI-Suche
Die Stadt München hat in ihrem Ratsinformationssystem (RIS) eine neue KI‑gestützte Suchfunktion eingeführt, die es Bürgern und Mitarbeitenden ermöglicht, kommunalpolitische Informationen leichter zu finden. Statt starrer Schlagwortsuche können Nutzer nun Fragen in natürlicher Sprache stellen. Die KI analysiert die Anfrage, zeigt passende Dokumente samt relevanter Textstellen an und macht so Zusammenhänge sichtbar, selbst wenn im Dokument andere Begriffe verwendet werden. Damit sollen Recherchehürden sinken und der Zugang zu Ratsdokumenten deutlich erleichtert werden. Die Funktion wurde bewusst als frühe Beta-Version veröffentlicht, um sie durch Nutzungsfeedback weiter zu verbessern. (Zum Artikel)
Büttelborn setzt auf digitalen Bürgermeister für die Bürgerkommunikation
In Hessen setzen erste Kommunen KI‑Avatare erfolgreich für die digitale Bürgerkommunikation ein. Die Gemeinde Büttelborn nutzt seit Dezember 2025 einen digitalen Bürgermeister‑Avatar, der rund um die Uhr in 28 Sprachen Fragen beantwortet und damit die Verwaltung entlastet. Der Landkreis Darmstadt‑Dieburg produziert zudem preisgekrönte, KI‑gestützte Video‑Nachrichtenformate, in denen Avatare realer Mitarbeitender aktuelle Informationen präsentieren. Beide Projekte zeigen, wie Kommunen über klassische Chatbots hinausgehen und durch KI‑Avatare Barrierefreiheit, Mehrsprachigkeit und Erreichbarkeit verbessern können – und damit dem zunehmenden Fachkräftemangel begegnen. Trotz der Vorteile bleiben Datenschutz und die Qualität der zugrunde liegenden Wissensdatenbank entscheidende Erfolgsfaktoren. (Zum Artikel)
|
Unsere Einschätzung
Hatten wir letzten Monat einen Fokus auf KI-Chatbots, zeigt die Auswahl aus diesem Monat, dass an ganz unterschiedlichen Stellen KI bereits effektiv produktiv genutzt wird. Was man jedoch sieht: Es sind in aller Regel individuelle Lösungen für begrenzte Anwendungsfälle und keine große “all in one”-Lösung. Dieser Trend wird in nächster Zeit weiter anhalten. Aus Sicht der Kommunen ist dies jedoch nicht negativ zu sehen.
Es limitiert die Komplexität und die Investitionsbedarfe im Vergleich zu großen IT-Projekten und führt dennoch zu konkreten Entlastungen wie auch Verbesserungen in bestimmtem Verfahren, Bereichen und Prozessen. Aufbauend auf diesen Erfahrungen können sukzessive weitere Bereiche mit KI unterstützt werden. Wichtig ist hier vor allem die jeweils individuell passenden Bereiche (Antragsmanagement, Protokolle, Smart City,..) zu identifizieren und nicht mit allem gleichzeitig zu starten.
|
|
|
Im Projektalltag kann es nützlich sein, eine Liste an häufig gestellten Fragen (FAQs) anzufertigen. Oftmals ist es aber gar nicht so einfach, die relevanten Fragen und Themengebiete zu identifizieren.
Lösungen wie ChatGPT, Copilot oder Claude können Ihnen dabei behilflich sein und stellen sogar mögliche Antworten auf die Fragen bereit. Der dazugehörige Prompt ist simpel, jedoch sollten die Antworten im Anschluss von Ihnen sicherheitshalber noch mal überprüft werden.
Prompt: FAQ automatisch erstellen lassen
"Rolle: Du bist ein erfahrener Verwaltungsmitarbeiter mit Expertise in Projektarbeit und verständlicher Kommunikation für verschiedene Stakeholder. Aufgabe: Identifiziere typische Fragen, die Mitarbeitende oder Projektbeteiligte zum angegebenen Thema stellen könnten und formuliere passende Antworten. Output: Erstelle eine FAQ-Tabelle mit folgenden Spalten: Frage Kurze Antwort (max. 2–3 Sätze, verständlich formuliert) Zielgruppe (z. B. Mitarbeitende, Führungskräfte, Projektstakeholder) Max. 10–15 häufige Fragen. Input: [Thema oder Dokument zum Projekt]"
|
|
|
KI-Einsatz übt sich früh
Ein Gymnasiallehrer aus Heidelberg bringt KI und Unternehmergeist ins Klassenzimmer. Er erhielt den Deutschen Lehrkräftepreis 2026 für sein Engagement und innovative Unterrichtskonzepte. Mit seinem Seminarkurs „BEAM“ integriert er Unternehmertum und den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz fest in den Schulalltag, um Schüler praxisnah auf die digitale Zukunft vorzubereiten. (Zum Artikel)
Digitales Lernen: Neuer KI-Assistent „telli“ entlastet Lehrkräfte und Schüler in Niedersachsen
Nach einer erfolgreichen Pilotphase an 30 Schulen stellt das Land Niedersachsen den datenschutzkonformen KI-Chatbot „telli“ ab sofort landesweit allen Schulen über die Niedersächsische Bildungscloud zur Verfügung. Die Open-Source-Anwendung bereitet junge Menschen auf eine zunehmend KI-geprägte Arbeitswelt vor, indem sie als Lerncoach fungiert und Lehrkräfte bei der Unterrichtsvorbereitung unterstützt. Das System läuft ausschließlich auf EU-Servern, wobei Nutzerdaten weder an Dritte weitergegeben noch für das Training der Künstlichen Intelligenz genutzt werden. Mit diesem Schritt reiht sich Niedersachsen in die wachsende Zahl der Bundesländer ein, die diesen speziell für den Bildungsbereich entwickelten Chatbot flächendeckend einsetzen. (Zum Artikel)
BMW setzt auf humanoide Roboter in Deutschland
Der Automobilhersteller BMW setzt an seinem Standort in Leipzig erstmals in Europa humanoide Roboter in der Produktion ein. Im Rahmen dieses Pilotprojekts wird die sogenannte „Physical AI“ erprobt, bei der digitale Künstliche Intelligenz mit realen physischen Systemen verschmilzt. Anders als bei vorangegangenen Tests in den USA, wo Modelle des Herstellers Figure AI genutzt wurden, kommt in Leipzig der Roboter „Aeon“ von Hexagon Robotics zum Einsatz. Ziel des Vorhabens ist es, diese autonomen Helfer langfristig in die Serienfertigung sowie die Batteriemontage zu integrieren, um die Automobilproduktion noch flexibler und effizienter zu gestalten. (Zum Artikel)
|
|
|
Unterhaltsame Einblicke in KI-Trends, Experimente und gesellschaftliche Auswirkungen.
Welche Auswirkungen bringt die KI in Arbeitswelt, Bildung und Gesellschaft mit sich? Wie kann man künstliche Intelligenz selbst im Alltag nutzen? Und was passiert, wenn jeder Inhalt im Internet auch ein KI-Fake sein könnte? Gregor Schmalzried, Marie Kilg und Fritz Espenlaub stellen sich jeden Dienstag den großen und kleinen Fragen der KI-Revolution – und trennen die Fakten vom Hype. Ein ARD-Podcast von BR24 und SWR. (Zur Folge)
|
|
|
acterience management partners GmbH & Co. KG
Friedinger Straße 5a
Herrsching am Ammersee, Bayern 82211
Abmelden
|
Einstellungen verwalten
|
|